Eine bessere Rückverfolgbarkeit von Produkten ist für eine stärker kreislauforientierte IT von entscheidender Bedeutung. Wenn zuverlässige Informationen ein Produkt während seines gesamten Lebenszyklus begleiten, lässt es sich leichter verwalten, reparieren, wiederverwenden, weiterverkaufen und effektiv recyceln.

Wir haben nun ein System entwickelt, bei dem jedes zertifizierte Produkt mit einer eindeutigen Produktkennung versehen ist. Dies ermöglicht eine bessere Produktzuordnung, transparentere Produktdaten und ebnet den Weg für digitale Produktpässe.

Zusammenfassung

Eine bessere Rückverfolgbarkeit von Produkten ist für eine stärker kreislauforientierte IT unerlässlich. Zuverlässige Produktinformationen erleichtern die Identifizierung, Verwaltung, Reparatur, Wiederverwendung, den Weiterverkauf und das Recycling von Produkten über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg. Derzeit sind diese Informationen jedoch noch weitgehend über PDF-Dateien, Tabellenkalkulationen und separate Systeme verstreut.

Um diesem Problem zu begegnen, müssen zertifizierte Produktkonfigurationen über eine eindeutige Global Trade Item Number (GTIN) verfügen, die auf dem weltweit anerkannten GS1-Standard basiert. Dadurch entsteht ein standardisierter Ansatz, um zertifizierte Produkte marken-, händler-, marktplatz- und systemübergreifend abzugleichen.

Für zertifizierte Produktkonfigurationen wurden bereits mehr als 300.000 GTINs erfasst. Das System ermöglicht eine zuverlässigere Produktzuordnung, einen skalierbaren Datenaustausch, weniger manuellen Aufwand und präzisere Produktlistings.

Außerdem schafft dies die Grundlage für den nächsten Schritt: digitale Produktpässe. Diese verknüpfen zertifizierte Produkte mit einer viel breiteren Palette an Informationen, wie beispielsweise Garantiebedingungen, Reparaturanleitungen, Verfügbarkeit von Ersatzteilen, Software-Updates und Zertifizierungsstatus. Für IT-Einkäufer kann dies zu besseren Entscheidungen in den Bereichen Beschaffung, Anlagenmanagement, Wartung, Wiederverwendung und Entsorgung beitragen.

EINLEITUNG

Fehlende Produktdaten schränken die Kreislaufwirtschaft ein

Jedes Jahr erreichen Millionen von IT-Produkten das Ende ihrer Lebensdauer, oft früher als nötig. Ein Grund dafür ist, dass wichtige Produktinformationen – wie Garantiebedingungen, Reparaturanleitungen und die Verfügbarkeit von Ersatzteilen – schwer zugänglich sind oder im Laufe der Zeit verloren gehen können. Damit Kreislaufwirtschaftslösungen funktionieren, müssen Produkte über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg rückverfolgbar sein und zuverlässige Informationen über ihre Eigenschaften, ihre Nutzung und ihren Zustand enthalten. Ohne diese Informationen wird die Reparatur, Wiederverwendung, der Wiederverkauf und das Recycling von Produkten erschwert.

Dies ist von Bedeutung, da bei vielen IT-Produkten ein großer Teil der gesamten Nachhaltigkeitsauswirkungen bereits während der Herstellung entsteht, noch bevor das Produkt überhaupt genutzt wird. Dazu gehört auch ein Großteil der Klimaauswirkungen des Produkts. Die Verlängerung der Produktlebensdauer ist daher eine der wirksamsten Maßnahmen, um die gesamten Nachhaltigkeitsauswirkungen des Produkts zu verringern.

Die Produktinformationen sind verstreut

Heutzutage werden Produktinformationen oft in separaten Systemen und Formaten gespeichert, ohne dass dabei globale Standards für einen vertrauenswürdigen Datenaustausch berücksichtigt werden. Hersteller, Händler und Nutzer sind daher beim Informationsaustausch nach wie vor stark auf PDF-Dateien, Tabellenkalkulationen und andere statische Dokumente angewiesen.

Dadurch gestaltet sich das Erfassen, Vergleichen und Überprüfen von Daten schwierig und zeitaufwendig. Informationen können unvollständig oder veraltet sein oder in verschiedenen Organisationen unterschiedlich dargestellt werden, was zu Unsicherheiten führt und ihren Nutzen einschränkt. Ohne eine einheitliche Methode, zuverlässige Daten einem einzelnen Produkt zuzuordnen, wird es schwieriger, fundierte Entscheidungen zu treffen.

Aufbau eines Systems für strukturierte, gemeinsam genutzte und verifizierte Produktdaten

Um die Rückverfolgbarkeit von Produkten zu verbessern und zertifizierte Produkte leichter erkennbar zu machen, haben wir eine Zusammenarbeit mit GS1 begonnen, einer weltweit tätigen gemeinnützigen Organisation, die Standards für den vertrauenswürdigen Datenaustausch entwickelt. GS1 ist weithin bekannt für die Global Trade Item Number (GTIN), die zur Identifizierung von Produkten dient.

Nach einem umfangreichen Entwicklungsprozess haben wir bei „ TCO Certified “, Generation 10, die im Dezember 2024 eingeführt wurde, ein neues Kriterium eingeführt. Jede zertifizierte Produktkonfiguration muss nun über eine eindeutige GTIN verfügen. Dadurch werden zertifizierte Produkte mit standardisierten Datenplattformen verknüpft, sodass vertrauenswürdige Nachhaltigkeitsinformationen schneller und zuverlässiger entlang der gesamten Wertschöpfungskette ausgetauscht werden können – einschließlich IT-Marken, Zertifizierungsstellen, Einzelhändlern, Online-Marktplätzen und Einkaufsorganisationen. Dies bildet zudem eine wichtige Grundlage für zukünftige digitale Produktpässe.

Obwohl das Ziel des Kriteriums klar ist, gestaltete sich die Umsetzung komplex. Einige IT-Marken setzten GTINs zwar bereits ein, jedoch oft uneinheitlich und ohne sie mit Nachhaltigkeitszertifizierungen zu verknüpfen. Damit die Umsetzung gelingen konnte, mussten die Anforderungen in mehreren Abteilungen jeder Marke verstanden und umgesetzt werden.

Eine weitere Herausforderung stellte das Datenvolumen dar. Da sich die technischen Spezifikationen je nach Produktkonfiguration unterscheiden, benötigt jede Konfiguration eine eigene GTIN. Ein einzelnes Produktmodell kann daher mit mehreren Identifikatoren verknüpft sein. Um diese großen Datenmengen effizient zu verwalten, haben wir ein maßgeschneidertes System zur Erfassung und Verarbeitung von Informationen entwickelt.

ERGEBNISSE

Mehr als 300.000 GTINs für zertifizierte Produkte erfasst

Seit Einführung dieses Kriteriums haben wir mehr als 300.000 GTINs für zertifizierte Produktkonfigurationen erfasst. Dadurch ist ein strukturiertes System entstanden, mit dem zertifizierte Produkte mit standardisierten Identifikatoren abgeglichen werden können, die im globalen Handel bereits weit verbreitet sind.

Die Verwendung von GTINs erleichtert die Identifizierung der richtigen Produktkonfiguration über verschiedene Systeme hinweg, selbst wenn Produktnamen und -beschreibungen je nach IT-Marke, Einzelhändler und Marktplatz variieren. Dies verringert Unklarheiten und schafft eine zuverlässigere Verbindung zwischen einem Produkt und seinen Zertifizierungsdaten.

Außerdem ermöglicht es den automatischen Austausch von Informationen zwischen Systemen, anstatt dass diese manuell über Tabellenkalkulationen und Dokumente übertragen werden müssen. Dies kann den Verwaltungsaufwand reduzieren, Fehler minimieren und es einfacher machen, Informationen in großem Maßstab korrekt und aktuell zu halten.

Eine wachsende Zahl globaler und regionaler Marktplätze nutzt mittlerweile API-Integrationen (Application Programming Interface), um auf Zertifizierungsdaten zuzugreifen. Dies trägt zu genaueren Produktangaben bei und erleichtert die Überprüfung, ob das angebotene Produkt zertifiziert ist.

Vor allem aber bietet das System eine Infrastruktur, die im Laufe der Zeit erweitert werden kann. Dieselben standardisierten Identifikatoren können genutzt werden, um zertifizierte Produkte mit zusätzlichen Nachhaltigkeitsinformationen zu verknüpfen, wodurch eine wichtige Grundlage für digitale Produktpässe und eine bessere Rückverfolgbarkeit der Produkte über den gesamten Lebenszyklus hinweg geschaffen wird.

Vorteile standardisierter Produktdaten

  • Ermöglicht einen skalierbaren Datenaustausch für umfangreiche Produktportfolios und große Datenmengen.
  • Ermöglicht eine zuverlässigere Produktzuordnung über Marken, Einzelhändler und Marktplätze hinweg.
  • Reduziert den manuellen Arbeitsaufwand und verbessert die Genauigkeit der Produktlisten.
  • Bildet die Grundlage für digitale Produktpässe und zukünftige Nachhaltigkeitsdaten.

ZUKUNFT

Der nächste Schritt: Auf dem Weg zu digitalen Produktpässen

Die GTIN-Anforderung im Rahmen des „ TCO Certified “ (Generation 10) schafft eine solide Grundlage dafür, weitere Nachhaltigkeitsinformationen mit der eindeutigen Kennung jedes Produkts zu verknüpfen. Derzeit bietet die Kennung Zugriff auf grundlegende Informationen, darunter die GTIN, den Modellnamen und die Seriennummer. Der nächste geplante Schritt besteht darin, für alle zertifizierten Produkte einen digitalen Produktpass vorzuschreiben, der ein wesentlich breiteres Spektrum an zuverlässigen Produktdaten enthält.

Digitale Produktpässe ermöglichen Käufern und Nutzern einen leichteren Zugang zu Informationen, die dazu beitragen können, Produkte länger im Einsatz zu halten, darunter Garantiebedingungen, Reparaturanleitungen, Informationen zur Verfügbarkeit von Ersatzteilen, Produktspezifikationen, Software-Updates und der Zertifizierungsstatus.

Bessere Produktdaten für IT-Einkäufer

Für IT-Einkäufer können standardisierte Produktdaten es erleichtern, Produkte den Beschaffungsanforderungen zuzuordnen, den Zertifizierungsstatus zu überprüfen und Informationen in Beschaffungs-, Anlagenverwaltungs- und Gerätemanagementsysteme zu übertragen. Dies kann den manuellen Dateneingabeaufwand reduzieren, Fehler minimieren und die Sicherheit erhöhen, dass die richtigen Informationen verwendet werden.

Sobald Produkte im Einsatz sind, können digitale Produktpässe Entscheidungen hinsichtlich Wartung, Reparatur, Umnutzung, Wiederverkauf und Recycling unterstützen. Sie können zudem dazu beitragen, dass Produkte nicht vorzeitig ersetzt werden, weil wichtige Informationen verloren gegangen sind oder schwer auffindbar sind.

Auf lange Sicht kann die system- und organisationsübergreifende Bereitstellung zuverlässiger Produktdaten auch die Nachhaltigkeitsberichterstattung und Lebenszyklusanalysen unterstützen. Unser Ziel ist es, zu einer stärker kreislauforientierten IT-Branche beizutragen, in der Produkte ihren Wert länger behalten, Komponenten und Materialien effektiver zurückgewonnen werden und der Bedarf an der Gewinnung neuer Ressourcen verringert wird.